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Margarete Ritzkowsky
Transkription alter deutscher Handschriften (16. - 20. Jh.)

Im Mittelalter - der Buchdruck war zu dieser Zeit noch nicht erfunden - konnten fast ausschließlich Mönche lesen und schreiben. Ausgebildet wurden sie in den Skriptorien der Klöster, wo feste Regeln jegliche individuellen Merkmale in der Handschrift unterbanden. So kann man bei mittelalterlichen Schriften zwar noch heute Entstehungszeit und -gegend relativ genau definieren, welcher der Mönche eines bestimmten Skriptoriums sie aber geschrieben hat, bleibt fast immer im Dunkeln.

In der Neuzeit findet man gelegentlich noch in Kanzleien und Amtsstuben  sehr akkurate Handschriften, die kaum persönliche Züge tragen, ansonsten aber wurde die Schrift mehr und mehr vom Charakter des Schreibenden geprägt. Dazu kamen regionale Unterschiede und im Laufe der Jahrhunderte vielerlei Variationen in der Schreibweise einzelner Buchstaben.

Aus diesem Grunde wurden mehrfach Versuche unternommen, ein verbindliches Regelwerk zu schaffen, zuletzt im Jahre 1915 von dem Graphiker Ludwig Sütterlin (1865-1917). Die deutsche Schreibschrift wurde nun “Sütterlinschrift” genannt und zwischen ca. 1915 und 1941 in den Schulen so gelehrt. Aber auch später, nach Einführung der Lateinischen Schrift als Normalschrift, blieben viele, vor allem ältere Menschen bei ihrer gewohnten alten Schrift. In ihrer reinen Form ist die Sütterlinschrift am ehesten in Kinderbriefen wiederzufinden,  die Handschrift Erwachsener jedoch wich mehr oder weniger von Sütterlin’s kanonisiertem Schriftbild ab.

Der SUETTERLIN-SERVICE möchte dazu beitragen, historische Quellen für die Forschung zu erschließen und Familiengeschichte(n) für spätere Generationen zu bewahren.

Margarete Ritzkowsky